Flora
Betrachtet man nun die verschiedenen Landschaftstypen auf Mallorca, so haben wir zum einen das Gebirge der Sierra de Tramuntana, das mit dem Puig Mayor mit 1445 Metern die höchste Erhebung der Balearen besitzt, die große Ebene von Mallorca, die Pla genannt, und von Südosten nach Nordosten von dem kleinen Gebirge der Sierra de Llevant abgegrenzt wird. Darüber hinaus haben wir die Feuchtgebiete Albufera und Albufereta und Küstenökosysteme wie den Strand von Es Trenc, die felsigen Calas de Mallorca oder die Inseln Cabrera und Qragonera, die wiederum eine ganz einzigartige Fauna und Flora haben. Wie auf vielen Inseln gibt es auf den Balearen auch Tiere, die nur dort vorkommen wie beispielsweise die Balearen-Grasmücke, den Balearen-Sturmtaucher, die Balearen-Eidechse oder als Pflanzen das Balearen-Johanniskraut, der Balearen-Krokus oder das Balearen-Alpenveilchen. Wissenschaftlich nennt man das Endemismus. Also kurz gesagt sind die Balearen auch ein “kleines Galapagos”.
Betrachtet man nun die Landschaftsgeschichte im Zeitraffer, so waren insbesondere die Gebirge der Tramuntana und des Llevant mit Steineichenwäldern bedeckt, die nach und nach abgeholzt wurden, um Holzkohle zu gewinnen, womit im Winter mehr schlecht als recht die Häuser beheizt wurden. Die Holzkohle wurde unter anderem auch in den Kalksteinöfen zur Herstellung von Bausteinen genutzt.
Dort, wo sich die Steineichenwälder nicht mehr regenerieren konnten, gibt es heute Sekundärvegetionen (eine Art Ersatzpflanzengruppe) wie die Macchie, Garrigue oder wüstenhafte Steinfluren. An vielen Stellen wurde die schnellwachsende Aleppokiefer gepflanzt, die zwar im Mittelmeerraum heimisch ist, gegen die die Steineiche jedoch kaum eine Wachstumschance hat. Der Mensch hat die Pflanzung von Aleppokiefern vor allem deshalb gefördert, weil diese sich früher gut für den Schiffs- oder Hausbau eigneten. In der Macchie gibt es übrigens ebenfalls Steineichen, allerdings wachsen diese dort kaum zu großen Bäumen heran. Bei der Macchie handelt es sich um Buschland, das eine Höhe von einem bis zu fünf Metern erreichen kann und so typische mediterrane Pflanzenarten beherbergt wie Zistrose, Ginster, phöni-zischer Wacholder, Lorbeerbaum, Wilde Olive oder auch den Erdbeerbaum. Die Garrigue wiederum besteht aus Zwergsträuchern und ist eine Art natürlicher Kräutergarten. Hier findet man so bekannte Arten wie Thymian, Rosmarin oder auch die Baumwolfsmilch, um nur einige Arten zu nennen. Die Felsfluren oder die Küstensteppen beherbergen dann meist Zwiebel- und Knollengewächse wie den Affodil. Im Frühjahr und Winter können dort aber auch Blumen wie das Alpenveilchen und Glockenblumen blühen. Mit etwas Glück kann man in all diesen Pflanzenformationen auch Orchideen und Ragwurzarten finden
Hier werden wir Ihnen Pflanzen vorstellen, die Ihnen üblicherweise bei einem Besuch auf den Balearen oder im weiteren Mittelmeerraum auffallen werden. .
Vielleicht werden Sie, wenn Sie mehr und Genaueres wissen möchten, dazu angeregt, in einem Urlaub an einer botanischen Exkursion teilzunehmen. Tauchen Sie ein in die unbeschreiblich starke Pflanzenwelt dieser einzigartigen Region.




